Pancakes mit Zimt-Zucker und Nektarinen
Pancakes mit Zimt-Zucker und Nektarinen
1. August 2017
Herzmomente 31/2017
Herzmomente 31/2017
5. August 2017

Erkenntnisse einer Mehrfach-Mama: Ein Kind ist kein Kind. Und zwei Kinder sind wie drei.

Ein Kind ist kein Kind. Zwei Kinder sind wie drei Kinder:

Was ist dran? Ein Kind ist kein Kind. Zwei Kinder sind wie drei.

Als ich zum Frühlingsbaby (also unserem zweiten Spross) schwanger war, bekam ich viele (mehr oder weniger) kluge Weisheiten von anderen Mehrfach-Eltern zu hören. Am meisten in Erinnerung geblieben sind mir dabei die Prophezeiungen: Ein Kind ist kein Kind. Und: Zwei Kinder sind wie drei. Klingt doch fast ein bisschen beängstigend, wenn man in Kürze sein zweites Kind zur Welt bringt. Nun sind wir schon seit fast drei Monaten eine vierköpfige Familie und damit ist es Zeit, für ein Fazit. Stimmt es also wirklich?

 

Ein Kind ist kein Kind. Zwei Kinder sind wie drei Kinder:

 

Ein Kind ist kein Kind.

Wie ist das denn zu verstehen? Ganz einfach: Zwei Kinder sind so anstrengend, dass man sich eigentlich fragen muss, warum man damals mit einem Kind schon beinahe überfordert gewesen ist. Ein Kind. Nur ein Kind. Ein Kinderspiel, oder? Tatsächlich ist es so, dass ich mich mittlerweile oft dabei ertappe, wenn ich denke: Was habe ich eigentlich damals so gemacht? Als das Kuschelkind noch ein Baby war, so wie sein Bruder jetzt. Das müsste doch die schönste Zeit in meinem Leben gewesen sein. Babys schlafen immerhin so viel. Sie sind so pflegeleicht. Stillen, Windeln wechseln, tragen und ein bisschen bespaßen. Und schon schläft das kleine Kerlchen wieder. Total easy, oder?

Jein. Ein Kind ist nur dann kein Kind, wenn man zwei Kinder hat. Klingt kompliziert, aber ich finde, es trifft zu. Beim ersten Kind war ich einfach hypernervös und schnell überfordert. Die ganze Situation war neu und es quälten mich hundert Fragen. Trinkt es genug? Macht es genug volle Windeln? Warum weint es? Wie oft soll ich es baden? Bei welcher Temperatur? Wie soll ich es anziehen? Ist ihm zu warm? Ist ihm zu kalt? Und wie zum Geier merke ich, ob es ihm zu warm oder zu kalt ist?

Beim zweiten Kind (beziehungsweise Baby – denn meine Erfahrung reicht aktuell noch nicht weiter) bin ich viel entspannter. Ich kenne mich einfach schon aus. Die ganze Nervosität beim ersten Baby ist einer Routiniertheit gewichen. Natürlich sind alle Babys verschieden, doch im Prinzip haben sie die gleichen Bedürfnisse und kommunizieren auf die gleiche Art und Weise mit uns Eltern. Beim ersten Baby musste ich die Sprache erst lernen. Ohne Worte verstand ich irgendwann, was Hunger, volle Windel, oder Müdigkeit heißt. Dieses Wissen hilft mir jetzt beim Frühlingsbaby enorm. Deshalb kommt es mir tatsächlich vor, als wäre das Leben mit nur einem Baby eine rosarote, plüschige Hello Kitty-Welt. Und das Leben mit zwei Kindern? Bitte weiterlesen:

 

Zwei Kinder sind wie drei Kinder.

Sobald man mehr Kinder hat, macht es also keinen Unterschied mehr, ob zwei oder drei? Jein. Ich weiß nicht, wie das Leben mit drei Kindern so ist. (Vielleicht möchte sich eine Dreifach-Mama bei den Kommentaren zu Wort melden?) Doch eines kann ich bestätigen: Der Schritt von einem Kind zu zwei Kindern ist enorm. Und das aus einem ganz einfachen Grund: Als ich mit dem Kuschelbuben alleine war, hatte ich genügend Zeit für mich, meine Hobbys und den Haushalt. Denn als Baby hat er ohnehin viel geschlafen und auch bis vor kurzem wurde regelmäßig ein Mittagsschlaf gemacht. Je weniger er schläft, umso länger kann er sich auch schon alleine beschäftigen. Diese Zeit kann man als Mama super nutzen. Es tut manchmal auch einfach wahnsinnig gut, selbst ein Schläfchen zu machen. Als Einfach-Mama hatte ich sogar noch Zeit fürs Fitnessstudio.

Jetzt habe ich zwei Kinder, die tagsüber prinzipiell nie gleichzeitig schlafen. Und während der Kuschelbub mit seinen fast drei Jahren aktuell erst um halb acht ins Bett geht, ist das Frühlingsbaby morgens um fünf Uhr komplett ausgeschlafen. Dann bin ich die meiste Zeit des Tages mit den beiden alleine, denn der Kuschelbub geht vorerst noch nicht in den Kindergarten. Das ist lange. Das ist ein vierzehn Stunden Job. Ohne Mittagspause.

Es gibt schlicht und einfach keine Pause mehr. Der Haushalt muss nebenbei gemacht werden. Ich koche, wenn das Baby schläft und das Kind spielt. Steht das Essen dann auf dem Tisch, ist das Baby meist schon wieder munter. Einen richtigen Rhythmus kann das Frühlingsbaby schwer entwickeln, denn seine Schlafzeiten stehen in Abhängigkeit zu den Launen seines Bruders, der momentan das laute Quietschen für sich entdeckt hat. Wie sagt man so schön: Einer schreit immer. Zwar kommt der Papa nachmittags nach Hause, doch je vorangeschrittener der Tag, umso anstrengender sind Baby und Kind. Tatsache ist: Ich habe von fünf Uhr früh bis halb acht Abends im Alltag kaum Zeit für mich, außer die Großeltern oder der Onkel sind zu Besuch. (Danke an dieser Stelle an Euch!)

Also denke ich: Ein Leben mit zwei Kleinkindern grenzt schon ein wenig an Selbstaufgabe. Ich denke nicht, dass es mit drein aus dieser Sicht sehr viel anders wäre. Vielleicht müsste ich dann mit noch weniger Schlaf auskommen.

Ich bin schon sehr gespannt, wie sich das Leben als Zweifach-Mama so weiter entwickelt. Wie wird es wohl, wenn aus dem Frühlingsbaby ein Kleinkind wird? Wie wird es, wenn der Kuschelbub in den Kindergarten geht? Was kommt auf uns zu, wenn beide in die Schule gehen? Es bleibt spannend. Vielleicht bekomme ich bis dahin ja noch ein paar (mehr oder weniger) kluge Weisheiten.

 

Ein Kind ist wie kein Kind. Zwei Kinder sind wie drei Kinder.

Mehr zum Thema: Fünf Fakten über mein neues Leben als Zweifach-Mama.

P.S.: Hier erfährst du mehr über mich und meine Familie: Über uns.

 

Teilen auf:

4 Kommentare

  1. Ich bin fünffache Mutter und ich empfinde es – für uns – ab dem 3. Kind nicht mehr als Steigerung.
    Ich hatte 3 Kinder unter 3 Jahren und das war eine seeeehr intensive Zeit – um es mal so auszudrücken. Dann waren es 4 unter 5 Jahren – und das machte wirklich absolut keinen Unterschied – und dann im Anschluss ab 5 Kinder unter 7 Jahren ging es sogar richtig bergauf, weil die Älteren immer selbstständiger werden.

    Also ein Kind ist für mich heute wie Urlaub. Denn das geht so nebenher und fällt nicht auf. Alles ist Routine und in der Zeit die ich normal für 5 habe dann nur 1 versorgen zu müssen… Die Rechnung geht glaub ich für jeden auf. Aber ich weiß auch noch wie anstrengend die Zeit mit meinem ersten Kind war und wie oft ich in der Zeit am Limit war.

  2. Melanie sagt:

    Hehe, wir haben nach dem großen nochmal Zwillinge bekommen – mit nur 2 Jahren Abstand!
    Selbstaufgabe ist das richtige Wort. Ich bin von morgens bis abends 18 Uhr mit den dreien alleine u der Grosse ebenfalls noch nicht im Kindergarten.
    Wir leben aber alle noch. 😉

  3. Verena sagt:

    Hallo! erstmal herzlichen Glückwunsch auch von mir noch zum zweiten Kind! Ich habe nach 18 Monaten mit einem Baby Zwillinge bekommen – kenne also nir 1 und 3 Kinder.
    Und definitiv sind drei Kinder nicht wie zwei Kinder!!!! Menschen habe 2 Arme, 2 Seiten zum Sitzen, zum Kuscheln zum Liegen.. und es gibt immer einen dritten, der nachgeben muss und der Mama weniger nahe ist. es gibt zwar viele Kompromisse, angefangen mit der dritte liegt auf der Mama drauf! aber das funktioniert mit zunehmenden Gewicht dann halt auch irgendwann nimmer.
    Nun ja, jedenfalls genieße ich es, wenn ich mal nur 2 Kinder zuhause habe. Noch ein wichtiger Faktor ist nämlich bei 3 Kindern, dass gewöhnlich 2 gut miteinander spielen und einer nicht mit dem Zweiergespann harmoniert – in wechselnder Besetzung. Ich glaube, dass zwischen 2 und 3 ein ebenso großer Schritt ist. Außerdem verändert sich mit einem Neuankömmling jedesmal wieder das Familiengefüge und es dauert eine Weile bis alles wieder rund und harmonsich läuft – eben bis jeder so wieder seinen Platz gefunden hat.
    Manchmal weiß ich nicht, wem ich zuerst helfen / antworten / trösten soll, aber ich liebe sie alle! Liebe Grüße, Verena

  4. Waltraud sagt:

    Richtig herausfordernd wurde es bei uns als unsere Kleine mit ca. 13 Monaten anfing sich gegen Ihren Bruder, damals 5, zu behaupten. Seit dem wird vom Aufstehen bis zum Zubettgehen gestritten – mit kurzen Pausen in denen sie sich innig lieben , ca. 3 min pro Tag. Die Zeiten mit nur einem Kind sind wie Wellnessurlaub.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*