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Eine Entschuldigung an alle Mamas

Entschuldigung an alle Mamas

Liebe Mamas. Ich muss mich bei euch entschuldigen.

Vor einigen Jahren war mein Leben noch ein ganz anderes: Das Studium hatte ich abgeschlossen und einen guten Job gefunden. Mit meinem Freund wohnte ich in einer hübschen Wohnung mitten in der Stadt. Ich fühlte mich wahnsinnig weise und oberschlau.

 

Entschuldigung an alle Mamas

 

Ich wusste alles besser. Wenn ich Mamas mit ihren kleinen anstrengenden Kindern sah, rollte ich nur mit den Augen. Ich fühlte mich oft von ihnen gestört. Im Restaurant, im Wellnesshotel, im Flugzeug, im Supermarkt. Überall begegnete ich diesen offensichtlich total überforderten Mamas mit ihren überdrehten Kindern. Und ich hatte auch immer sofort eine Erklärung parat:

Ein kreischendes Kind im Supermarkt? Logisch, immerhin hat die Mama Eistee und Limo im Einkaufswagen. Kein Wunder, dass das Kleinkind durch den vielen Zucker total aufgeputscht ist. Augenrollen. Eine Mama, die nach der Geburt ihres Kindes länger als ein Jahr zuhause bleibt? Der fehlt es wohl eindeutig an Ehrgeiz. Augenrollen. Eine Mama, die ihrem bettelndem Kind  noch ein Eis kauft? Na, die kann sich wohl auch nicht durchsetzen. Augenrollen.  Eine Mama mit drei Kindern oder mehr? Die wird wohl nie wieder arbeiten gehen wollen. Augenrollen. Eine Mama mit ihren Kids im noblen Restaurant? Können die denn nicht wo anders essen gehen? Augenrollen. Eine Mama, die ihr fast zweijähriges Kind stillt? Na, die kann wohl auch nicht loslassen. Das arme Kind wird es einmal schwer haben. Augenrollen.

Wie gesagt: Ich fühlte mich ja so intelligent und reif. Aber in Wahrheit wusste ich gar NICHTS. Ich kannte das Mamasein nicht. Ich wusste nicht, wie es ist, wenn man plötzlich das Leben und das Wohlbefinden eines kleinen Menschlein über das eigene stellt. Ich wusste nicht, wie trotzig kleine Dreijährige sein können. Ich wusste nicht, wie zweitrangig materielle Dinge oder ein guter Job in Relation zu der Zeit, die man mit seinen Kindern verbringen kann, sind. Ich wusste nichts über bindungsorientiertes Aufwachsen. Ich wusste nicht, was Mamas jeden Tag leisten.

Liebe Mamas! Es tut mir leid. Ihr macht den besten und zugleich schwersten Job der Welt. Ihr macht es richtig. Lasst euch nicht einschüchtern von jungen, unwissenden Gören, wie ich eine war! Denn jetzt weiß ich es besser. Ich habe den größten Respekt vor all den grandiosen Mamas auf dieser Welt. Und mein Augenrollen? Das ist längst einem wissenden Zunicken gewichen.

 

Entschuldigung an alle Mamas

 

 

P.S.: Hier erfährst du mehr über mich und meine Familie: Über uns.

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9 Kommentare

  1. Andrea sagt:

    Liebe Chrissi,
    danke für deinen tollen Beitrag. Für mich ist Kinder großziehen die schönste und sinnvollste Aufgabe der Welt.
    Du hast eine wundervolle Familie und ich wünsche dir alles erdenklich Gute und viele schöne Momente.
    Genieße es!
    Alles Liebe, Andi

  2. Ines sagt:

    ja, das kenn ich noch zu gut. Muss zugeben, ich bin teilweise heute noch genervt. Aber ich kann es jetzt viel besser nachvollziehen

  3. Amen…:-D kann mich auch noch gut daran erinnern, wie ich meinem Bruder damals Erziehungstipps gegeben hab – jetzt lacht er sich vermutlich ins Fäustchen, wenn er mich mit meinen Jungs sieht…Danke für die Ehrlichkeit

  4. Manu sagt:

    Vielen Dank für diesen sympathischen Beitrag! Ich beschäftige mich gerade sehr intensiv mit der Mutterschaft an sich, mit der Wertigkeit dieses „Jobs“ und der Anerkennung dafür … mal sehen ob ich zu einem vernünftigen Schluss komme 😉

  5. Kerstin sagt:

    Oh ja, gerade die Trotzphase und damit verbundenes Nachgeben beim Eis oder sonst was, kann ich gerade bestens nachvollziehen Oh ihr Nicht-Mamas, ihr werdet schonnich schauen

  6. Sabrina sagt:

    Oh wie wahr! So war ich auch hihi. Man wird schnell eines besseren belehrt

  7. Lily sagt:

    Ohhh sehr schön geschrieben und es wäre so tolle wenn viele so reflektiert wären <3!

  8. Ka sagt:

    Oh ja…und wieso muss man sein Kind dauern tragen. Es gibt doch Kinderwagen.
    Bis ich beim ersten die Weihnachtsgeschenke nur einkaufen konnte, indem ich ihn im Tragetuch und die Geschenke im Kinderwagen transportierte 😉

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