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So ist es wirklich: Fünf Fakten über mein neues Leben als Zweifach-Mama

Zweifach-Mama

So läuft es gerade bei uns: Das Leben mit Kleinkind und Baby.

Seit über drei Wochen bin ich nun Zweifach-Mama und der Papa ist dank Familienzeitbonus ebenfalls daheim. Damit ist es Zeit für ein erstes Fazit, denn ich habe in der Schwangerschaft oft versucht mir vorzustellen, wie das Leben mit Kleinkind und Baby wohl so werden wird. Aber auf das, wie es tatsächlich ist, war ich nicht vorbereitet. Lest selbst.

 

Zweifach-Mama

 

Fakt 1: Jeder ist auf sich gestellt.

Damit meine ich uns Eltern. Als wir nur unser kleines Kuschelbaby hatten, haben wir den Spagat zwischen Eheleben und Familienleben ganz gut hin bekommen. Wir waren zwar plötzlich Eltern, hatten aber immer noch genug Zeit für uns als Paar. Das ist jetzt anders! Die Kinder haben wir einfach aufgeteilt: Der Papa kümmert sich hauptsächlich um den Kuschelbuben (der sowieso ein absolutes Papakind ist) und ich sorge für das Frühlingsbaby, das am liebsten den ganzen Tag an meiner Brust hängen würde. Der Papa und ich – wir sehen uns zwar, aber es kommt mir momentan vor, als wären wir zwei Alleinerziehende, die zufällig im selben Haus leben. Während der Papa mit dem Kuschelbuben isst, sitze ich meistens auf der Couch, weil das Frühlingsbaby gerade wieder unsagbaren Appetit auf Mamamilch hat. Ich esse dann meistens kalt oder neben dem Stillen, wenn ich Glück habe und es handliche Häppchen sind.

Wenn das Frühlingsbaby tagsüber schläft, dann erledige ich schnell alles, was sonst so liegen bleibt. Oder ich gehe Duschen. Mit Haare waschen. Welch’ ein Wellnessprogramm! Ab etwa sechs Uhr möchte das Frühlingsbaby dann wieder an die Brust. Stundenlang. Beim Abendessen sitzen der Papa und sein Bub also wieder alleine am Tisch. Danach geht der Papa mit dem Kuschelkind ins Bett und ist dann meist schon so erledigt vom Tag, dass er prompt auch im Kinderzimmer einschläft. Wenn der Papa dann schlaftrunken ins Ehebett kommt, liegt in der Mitte des Bettes das Frühlingsbaby, das ich irgendwie von meiner Brust abdocken konnte, ohne dass es aufgewacht ist.

 

Fakt 2: Der Große ist nicht eifersüchtig. Er ist einfach ein Lausbub.

Der Kuschelbub kommt momentan zu kurz. Er erhält einfach nicht mehr die Aufmerksamkeit, die er bis vor Kurzem noch gewohnt war. Zum Glück lässt er das nicht an seinem kleinen Bruder aus. Er liebt das Frühlingsbaby wirklich sehr. Um aber trotzdem ja nicht übersehen zu werden, stellt er einfach Dinge an, von denen er genau weiß, dass sie nicht erlaubt sind. Auf eigene Faust die Waschmaschine einräumen zum Beispiel. Mit seiner Bettwäsche. Oder mit Duplo Figuren. Neulich hat er sein Spielzeugauto in die Mikrowelle gestellt. Wir haben mittlerweile alle Haushaltsgeräte sicherheitshalber ausgesteckt.

 

Fakt 3: Was für ein Müllberg!

Ich habe wohl verdrängt wie viele volle Windeln ein so kleiner Mensch produzieren kann. Mit zwei Wickelkindern kommt also ein ganz schöner Windelberg zu Stande. Ich möchte außerdem gar nicht wissen, wie viel Geld aktuell für Windeln drauf geht. Aber Stoffwindeln sind nicht wirklich eine Alternative, weil…

 

Fakt 4: Was für ein Wäscheberg!

Die Waschmaschine läuft (so fern nicht gerade von Duplo Figuren besetzt) jeden Tag mehrmals. Babykleidung ist so winzig und doch so waschmaschinenfüllend! Dann kommt noch die Wäsche von uns Großen dazu, denn bei den momentanen Temperaturen verschwitzt man einfach jeden Tag ein Shirt. Oder man wird mit Milch bespuckt. Buntwäsche. Weißwäsche. Jeans. Waschbar mit 30 Grad. Waschbar mit 60 Grad. Kochwäsche. Feinwäsche. Ich sortiere und wasche. Und bin glücklich, wenn morgens gleich was vom Wäscheständer wieder angezogen werden kann, denn dann muss ich weniger Wäsche zusammenlegen und in die Schränke einräumen!

 

Fakt 5: So viel Liebe.

All diese Kleinigkeiten sind zwar ärgerlich, aber sie sind nichts im Vergleich zu der unendlichen Liebe, die ich für meine Jungs empfinde. Auch wenn ich den Kuschelbuben manchmal bis zum Mond schießen könnte und mir manchmal wünschte, dieser kleine Vampir an meiner Brust würde lieber mal ein Butterbrot essen. Seit der Geburt des Frühlingsbabys ist mein Mamaherz gewachsen. Der Kuschelbub hat in den letzten Wochen vielleicht an gemeinsamer Zeit mit mir einbüßen müssen. Aber er musste nichts an meiner Liebe zu ihm an seinen kleinen Bruder abtreten. Ich bin so verliebt in beide. Gleichermaßen. Und aus diesem Grund sind die Punkte eins bis vier eigentlich gar nicht so schlimm.

 

Zweifach-Mama - so ist es wirklich

 

P.S.: Mehr Geschichten von uns kannst du hier nachlesen: Gedanken einer Mama.

12 Kommentare

  1. Jule sagt:

    Hach irgendwie tut es gut das zu lesen!
    Unsere Miniqueen kam im Januar und es war ähnlich. Der papa war viel mit der Großen unterwegs. Ich hatte aich das Gefühl dauerzustillen und saß auch oft oben ohne im Sofa wegen Brustentzündung, während die anderen beiden Abendbrot aßen. Es stimmt, wirklich gut für die Beziehung ist es anfangs nicht. Oder eben doch. Denn man wächst ja irgendwie auch wieder zusammen und lernt zu funktionieren. Als Team. Dem Großen darfst Du das nicht verübeln. Für ihn ist ja auch noch alles sehr neu. Das Chaosmädchen liebt die Schwester auch sehr, aber jetzt gab es auch manchmal Momente, wo ich ihr nicht getraut habe. Es bleiben Kinder. Ich kann Dir sagen, dass es bei uns genauso war und es aber ja mit der Zeit eingespielt ist. Dnn hat man auch wieder mehr Zeit als Paar und kann sich auch wieder unterhalten :-))

  2. Manuela sagt:

    Was für ein schöner Beitrag! Meine Tochter wurde auch im Mai geboren, nur der große Bruder ist mit 4,5 schon älter. Unsere Situation ähnelt deiner aber sehr – auch in Sachen Quatsch machen. Mit Vorliebe wird auch dann der größte Lärm veranstaltet, wenn die Kleine endlich eingeschlafen ist.
    Viele Grüße aus dem Harz!

  3. Gabi sagt:

    Danke für den großartigen Bericht. Ich musste echt lachen beim Lesen weil es mir gleich geht. Die Kids (5 Monate und 2,5 Jahre) treiben mich auch in den Wahnsinn – ha ha – doch die Liebe für beide ist unbeschreiblich und ich bin so dankbar für diese zwei Kleinen Wesen.

  4. Justine sagt:

    wow wie toll geschrieben!
    Als wärst du bei uns zu Haus und nicht bei dir 😀
    Meine “Große ist 2,5Jahre und Blümchen Nr.2 ist 5 Wochen alt. Dauerstillen, waschen, aufräumen und um 20:00Uhr ins Bett gehen gehört auch zu unserem neuen Leben zu viert. Aber wie du so schön geschrieben hast, es lohnt sich wirklich und ich freue mich schon auf die Elternzeit um 22:00Uhr wenn die Mädels vor uns ins Bettchen gehen. Alles Gute liebe Mamis 🙂

  5. Greta sagt:

    Hallo!

    Ich kann mich nur anschließen… meine beiden Kinder sind 3,5 Jahre auseinander… und es war genauso. Schön zu wissen, dass es allen Eltern so geht

  6. Silke sagt:

    Als ich deinen Beitrag gelesen habe, hab ich bei jeder Zeile gedacht: genauso fühlt es sich an. Wie wenn du meine Gedanken niedergeschrieben hättest….
    Meine zwei Mädels sind 17 Monate auseinander uns es ist jeder Tag eine neue Herausforderung für uns als Eltern, aber auch speziell für mich als Mama.
    Die Zeit zu zweit( also das Eheleben) bleibt da einmal vollkommen auf der Strecke. Wenn mir das wer vorher erzähl hätte, hätte ich das wohlmöglich nicht geglaubt. Das macht mich dann schon ein bisschen traurig, jedoch diese Zeit kommt bestimmt wieder und was gibt es schöneres als in die Gesichter meiner süßen Kinder zu sehen und ein strahlendes, ehrliches Lächeln zurückzubekommen….

  7. Caro sagt:

    Hach wie du uns von der Seele schreibst! Wir mussten sehr lachen und haben gesagt: hier hat jemand eine Geschichte über uns geschrieben, der uns ja gar nicht kennt” :-))
    Unsere Maus kam im Juli und der große ist 5. er macht sein Ding größtenteils toll, und manchmal dreht er dann wieder völlig frei. Auch er lässt aber nix an seiner Schwester aus. Auch sie liebt ihn über altes und strahlt sobald er in ihr Sichtfeld kommt. Ein Leben ohne sie unvorstellbar. Und richtig als Paar wächst man zusammen. Alles liebe, ihr seid nicht allein :-*

  8. Vanessa sagt:

    Hihi,das stimmt. So ist das. Mein Großer ist nun 4,5 Jahre alt und meine Zwillinge 8 Wochen. Lasst euch gesagt sein,mit 2 Säuglingen ist es noch spannender

  9. Verena sagt:

    Wie recht du hast! Ich wasche mittlerweile einfach alles zusammen, das spart Zeit und bisher haben es alle Teile unbeschadet überlebt 😉 und dass man wirklich keine Sekunde mehr Zeit für sich hat kann ich genauso unterschreiben, da ist die Dusche tatsächlich Wellness;-)

  10. Katharina sagt:

    Ich bin gerade in der gleichen Situation, wie du vor gut einem Jahr – mein großer Kleiner wird demnächst 2, der kleine Kleine drei Wochen. Den Kleinen v.a. Abends Dauerstillen oder herumtragen, weil das Bäuchlein zwickt, ständig schauen müssen, was der große Kleine gerade tolles macht/anstellt („Mama schau!“ „Mama!“) und sooo viel Liebe!!! Aber ich habe meinen Mann nun untertags nicht mehr und während er mir zwar abends beim Niederlegen des großen Kleinen gut helfen kann (er übernimmt meist den Großen, manchmal aber auch den Kleinen), habe ich beim Mittagsschlaf des Großen oft meine Not – der Kleine Kleine muss nämlich immer genau dann Bauchweh oder Hunger haben, wenn der Bruder schlafen sollte (ist Abends meist auch so, aber da sind wir ja zu zweit…). Ist es euch da ähnlich gegangen, und wenn ja, wie hat es dann funktioniert, als Papa nicht mehr ständig zu Hause war?

    • Christina sagt:

      Liebe Katharina!
      Das Mittagsschläfchen war wirklich eine Geduldsprobe und hat (wenn ich mit beiden Kindern alleine bin) nur selten so geklappt, wie ich es mir vorgestellt habe. Denn, wie du sagst: Wenn ich den Großen in den Schlaf begleiten wollte, dann war der Kleine immer hellwach und hat geschimpft, weil er nicht im Bett liegen und lieber stillen, spielen oder sonst etwas wollte. Irgendwann hat sich das Problem dann von selbst gelöst, weil der Große einfach seinen Mittagsschlaf abgesetzt hat. Hin und wieder kommt es zwar vor, dass beide mittags schlafen, aber das ist selten. Es hat mir sehr geholfen, dass ich nicht mehr auf den Mittagsschlaf bestanden habe. Wenn es nicht passt, dann passt es einfach nicht und da bringt es auch nichts, wenn man etwas erzwingen möchte. 🙂
      Liebe Grüße
      Christina

  11. Janet sagt:

    @ Katharina
    Meine Kids sind 2 Jahre und 6 Monate alt und mit dem gleichzeitigen Mittagsschlaf beider Kinder hat es jetzt erst einigermaßen funktioniert. Also mach dir keinen Stress und gehe einfach abends immer zeitig ins Bett mit den Kindern. Das habe ich immer so gehandhabt, da mein Mann 24h Schichten arbeiten ist. Ich bin oft beim stillen einfach mit eingeschlafen,weil ich so fertig war und sehr spät in der Nacht aufgewacht, dann schnell duschen gewesen. oder wie es momentan läuft – mit beiden Kindern gleichzeitig waschen. Die große stecke ich in die Wanne, der kleine schaut auf dem Boden zu wie ich dusche und beobachtet uns beide. Da kann man wunderbar die Kinder mit Schaum, Gesang und Quatsch unterhalten. Den Haushalt mache ich dann meistens wenn mein Mann da ist. Das macht sich einfacher, wenn man nicht laufend unterbrochen wird… Und ich empfehle einen Trockner – hätte ich nie für möglich gehalten, dass ich von so einem Ding mal schwärmen würde. Hihihi. Da haue ich fast die ganze Kinderkleidung rein, weil in der nächsten Saison passen die eh nicht mehr.
    Und ich habe unser Baby meistens überall mitgenommen wo die große hingeht – Bad, kizi, draußen spielen – die kleinen sind so begeistert wenn Action ist und lernen sehr viel von den großen und schlafen auch beim größtem Lärm!
    Und beim nächtlichen stillen schaue ich nicht mehr auf die Uhr, da macht man sich nur fertig und ändern kann man eh nichts. Wenn der Hunger kommt dann kommt er.

    Alles Gute für dich, du schaffst das schon!!

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