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Mein olympisches Baby

Mein olympisches Baby

Mein olympisches Baby.

Um gleich eines vorweg zu nehmen: Nein, ich erwarte kein drittes Kind. Doch die aktuellen olympischen Spiele in Pyeongchang erinnern mich an meine erste Schwangerschaft vor genau vier Jahren. 2014 war nämlich ein sehr spannendes Jahr für mich. Ich bin bekennender Eiskunstlauf-Fan. Zumindest passiv. Ich selbst mache auf dem Eis leider keine ganz so gute Figur. Meine Leidenschaft teilt meine liebe Mama und mit ihr hatte ich schon einige Zeit zuvor die Eiskunstlaufweltmeisterschaft in Nizza live verfolgt. Dieses Ereignis wollte ich toppen und unbedingt die Bewerbe während der olympischen Spiele in Sotchi sehen. Ein bisschen Überzeugungskunst musste ich an den Tag legen, dann hat meine Mama zugestimmt, dieses Abenteuer mit mir zu wagen.

Ich war super aufgeregt. Immerhin fliegt man nicht oft zu olympischen Spielen – noch dazu nach Russland und ohne Reisegruppe oder ähnliches. Also besuchte ich schon ein Jahr im Vorfeld einen Russisch-Kurs, um die Sprache und das Alphabet zumindest ein bisschen zu verstehen und anwenden zu können. Immerhin ist Sotchi kein besonders touristischer Ort und während unseres Aufenthalts musste ich öfters feststellen, dass viele Russen gar kein Englisch sprechen können – geschweige denn Deutsch.

 

Mein olympisches Baby

 

Die Reise geht los.

Wir kauften uns die Tickets für die olympischen Eiskunstlaufbewerbe, die wir sehen wollten und buchten den Flug, sowie eine Kabine auf einem Kreuzfahrtschiff, das extra während der olympischen Spiele in Sotchi vor Anker lag. Die Vorfreude wuchs und ich konnte es kaum erwarten. Dann – nur wenige Wochen vor dem Abflug – lag er vor mir: Der positive Schwangerschaftstest. Ein Besuch beim Arzt ein paar Tage später bestätigte die frohe Neuigkeit. Die Schwangerschaft war noch sehr jung. Mit dem Ultraschall sah man noch nichts, was einem kleinen Menschenbaby ähneln könnte. Nur eine Blase und ein Punkt. So neu – so klein – so zerbrechlich.

Dann hob der Flieger Richtung Sotchi ab. Mit mir und meiner Mama an Board. Ich behielt dieses kleine Geheimnis in meinem Bauch für mich. Ich erinnerte mich noch an die (nicht ganz ernst gemeinten) Worte meiner Mama, als ich sie eineinhalb Jahre zuvor überredete, mit mir nach Sotchi zu fliegen: “Wenn du schwanger bist, dann fliegen wir aber nicht!” Und sie lachte. Und ich lachte. Und nun flog ich schwanger nach Sotchi. Mit einer kleinen Wärmflasche im Koffer, die ich mir abends auf den zwickenden Bauch legen könnte. Und die dazu führte, dass ich nach dem Scannen meines Koffers beim Security Check In auf das Kreuzfahrtschiff meinen Koffer öffnen und den russischen Sicherheitsbeamten eine Mini-Wärmflasche mit rosa Plüschbezug und aufgesticktem Häschen vorzeigen musste. (Sie sah auf dem Bildschirm wohl sehr bedrohlich aus.)

 

Dabei sein ist Alles.

Es war einfach fantastisch! Der riesige olympische Park, das beeindruckende olympische Feuer, die gigantischen Eishallen, die friedlichen Wintersportfans. Ja, es war wirklich ein friedlicher Wettkampf. Menschen schwangen die unterschiedlichsten Landesflaggen und scherzten und feierten mit ihren Nachbarn. Dann dieses Gefühl, diese euphorische Stimmung, die immer in der Luft lag. Sotchi ist eine tolle Stadt: Vor einem erstreckt sich das Meer, hinter einem glitzert der Schnee auf den Bergen. Die Bewohner und die vielen Volontäre waren alle motiviert und hilfsbereit. Außer vielleicht der Taxifahrer am ersten Tag. Der ist mit uns wohl ein paar Mal im Kreis gefahren, bis er uns ans Ziel brachte. Aber selbst der war mir irgendwie sympathisch.

 

Mein olympisches Baby

 

Nur eines, das ging gar nicht: Das Frühstück. Oh Mann – war mir immer schlecht! Meine Mama konnte sich gar keinen Reim darauf machen, warum mir auf einmal gar nichts mehr schmeckte. Gut, dass es auch in Sotchi einen McDonald’s gibt, so konnte ich am späten Vormittag und nach der morgendlichen Übelkeit doch noch was essen.

Nach fünf wirklich wundervollen, aufregenden und einzigartigen Tagen ging es für uns auch schon wieder nach Hause. Mein Mund blieb weiterhin verschlossen und nur wir baldigen Eltern wussten um unser Geheimnis. Schließlich stand der Termin beim Arzt an. Aus meiner kleinen Blase wurde tatsächlich in den letzten Wochen ein kleines Gummibärchen, das wild mit seinen kurzen Ärmchen und Beinchen strampelte und für uns ein paar Purzelbäume schlug. Und dann hörten wir es: Das schönste Geräusch, das man sich vorstellen kann: Der Herzschlag eines neuen, kleinen Menschleins. Da war es: Unser kleines, olympisches Baby. Unser Kuschelkind .

 

Christina ichmitkind Blog

 

 

P.S.: Hier erfährst du mehr über mich und meine Familie: Über uns.

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