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26. September 2016

Wenn kleine Kinder hauen

Wenn kleine Kinder hauen

Wenn kleine Kinder hauen…

Das Kuschelkind wird bald zwei Jahre alt und testet momentan seine Grenzen extrem aus. Seit ein paar Tagen geht’s nämlich öfters mal wild zu bei uns: Da wird mit Büchern geworfen, gehauen oder beim Wickeln getreten. So kenne ich meinen Sohn nicht. Und es kommt meist unvorhergesehen. Eben noch ist er – wie sein Name schon verrät – ein absoluter Kuschler, sitzt auf meinem Schoß und blättert in einem seiner Wimmelbücher. Dann springt er hoch, dreht sich um und wirft es nach mir. Wären wir in einer Sitcom, dann würde jetzt wahrscheinlich ein Publikumslachen eingespielt werden. Aber zum Lachen ist in diesem Fall nur einem zu Mute: Dem Kuschelkind. Je lauter ich schimpfe, umso lustiger ist es ihm nämlich.

 

Wenn kleine Kinder hauen

 

Dabei ist er sich seiner Handlung schon bewusst. Sieht er mich doch wenig später mit mitleidigen Augen an und sagt “Aua.“, streichelt mich und gibt mir ein Bussi. Doch kurz darauf geht’s dann wieder von vorne los. Ganz ehrlich? Das ist so anstrengend! Ich möchte keine Mama sein, die ständig schimpft. Aber Gewalt kann ich nun mal nicht ignorieren. Doch wie verhält man sich richtig, wenn Worte scheinbar nur belustigend wirken?

 

Bei uns gibt’s mittlerweile folgende Konsequenzen:

  • Wirft das Kuschelkind mit einem Gegenstand (zum Beispiel ein Buch oder ein Spielzeugauto), dann ist der Gegenstand erstmal weg. Das geht dann mitunter schon mal solange, bis sämtliche Autos ganz oben auf dem Regal stehen. Natürlich wird dann auch erklärt, warum der Gegenstand nun weg ist, dass es der Mama, oder dem Papa weh tut, wenn auf sie geworfen wird. Außerdem erkläre ich ihm, dass es Dinge gibt, die man werfen darf – zum Beispiel einen Ball. Den holen wir uns dann meistens und spielen ein wenig damit.
  • Haut das Kuschelkind und reagiert es nicht auf ein “Nein – das darf man nicht. Das tut mir weh!”, halte ich seine Hände fest, und erkläre energisch, warum das nicht in Ordnung ist. Ich werde dabei auch etwas lauter, als wenn ich wegen anderer Dinge schimpfe. Denn Hauen ist eindeutig schlimmer, als ein Lausbubenstreich. Und das sollte man dem Kind schon klar machen.
  • Wird beim Wickeln getreten, dann höre ich sofort auf, gehe einen Schritt zurück und erkläre hier ebenfalls, warum man das nicht macht: “Da bekommt die Mama Bauchweh. Hat dir auch schon einmal der Bauch weh getan? Das war nicht schön, oder?”

Wenn all das nicht funktioniert, dann verlasse ich den Raum, mit den Worten: “Denk darüber nach, warum man das nicht macht. Wenn es dir leid tut und du dich entschuldigen willst, dann komm wieder raus.” Das Kuschelkind öffnet ja mittlerweile die Türen schon selbst und ist dementsprechend schnell wieder da – aber meistens reumütig.

Diese kleinen Gewaltattacken (ich nenne es so in Ermangelung eines besseren Wortes) richten sich übrigens in den meisten Fällen gegen mich oder den Papa. Hin und wieder auch gegen einen anderen Vertrauten, aber nie gegen Kinder oder Fremde. Das traut er sich dann nämlich zum Glück doch nicht und erspart mir so unangenehme Situationen, zum Beispiel in einer unserer Spielgruppen.

Er meint es nicht böse. Ich weiß das. Es ist eine Phase, und es wird auch wieder vorbei gehen. Aber es ist anstrengend. Sehr anstrengend. Wie ist es bei euch? Habt ihr einen Tipp, wie man mit solchen Situationen am besten umgeht?

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10 Kommentare

  1. Anonym sagt:

    Zitat: "Das Kuschelkind wird bald zwei Jahre alt" "Denk darüber nach, warum man das nicht macht. Wenn es dir leid tut und du dich entschuldigen willst, dann komm wieder raus."

    meinst du ehrlich, dein Kind kann in dem Alter schon darüber nachdenken – über Aktion und Reaktion? Solange Kinder nicht am eigenen Leib spüren, dass es weh tut, wenn man etwas an den Kopf geworfen bekommt oder getreten wird denken sie, dass es nicht weh tut. Denn ihnen tut es ja in dem Moment eben nicht weh. Das heißt natürlich nicht, dass du ihm jetzt gleiches mit gleichem vergelten sollst. Aber solche Sätze sind einfach … nutzlos. Noch. Zumindest in dem Alter. Meine Meinung. Ich würde mein Kind in solcheiner Situation nicht mit sich alleine lassen. Es hat keine Schmerzen wenn es dich tritt, du wiederum verlässt es mit ihm noch gar nicht verständlichen Worten und lässt es alleine zurück – das Gefühlchaos würde ich meinem Sohn in dem Alter nicht zumuten wollen. Das spielen mit dem Ball ist eine gute Idee. Als Ablenkung und gleichzeitig als Beispiel, dass man den auch mal werfen darf.
    Diese Attacken richten sich deswegen gegen euch, weil er bei euch seine Grenzen austesten will. Aber wie du schon schreibst, er meints nicht böse. er versteht einfach die Zusammenhänge noch nicht. Das wird erst besser, wenn es von einem anderen Kind mal geschlagen oder getreten wird. das hat einen anderen "Effekt", als wenn man sich als Eltern den Mund fusslig redet.

  2. MamsiMama sagt:

    Okay, jetzt werd ich dann sauer…hab inzwischen 2x einen mega langen Beitrag geschrieben. Das will also nicht. Ich glaube, wir besprechen das mal bei einem Kaffee 😉 😉 Das ist nämlich ein soooo umfangreiches Thema, da könnte ich jetzt eine Masterarbeit drüber verfassen.

    Eines nur kurz: Anonym hat Recht – diese Sätze bringen rein gar nichts. Das einzige was er damit lernt, ist zu funktionieren und es auszunutzen. Denn man glaubt nicht, wie schnell sie das raus haben. Mama ist böse und wenn ich nach 2 Sekunden wieder aus dem Zimmer komme und lieb drein schaue und kuschle, dann ist alles wieder in Ordnung.

  3. Hallo und Danke für deine Antwort! 🙂

    Es kommt eher selten vor, dass ich tatsächlich den Raum verlasse. Wenn ich es tue, dann gehen hier schon mehrere Ermahnungen und auch "Drohungen" voraus. Ich sage dann zum Beispiel so etwas: "Wenn du nicht aufhörst die Mama in den Bauch zu treten, dann geht die Mama raus." Wenn er dann trotzdem immer weiter macht, dann gehe ich hinaus. Einfach deshalb, weil die Situation sich schon sehr hochgeschaukelt hat und ich die Notbremse ziehen muss, bevor ich die Geduld endgültig verliere. Dass er meine Aufforderung darüber nachzudenken und sich anschließend zu entschuldigen, noch nicht richtig verstehen kann, ist mir schon klar. Aber ich möchte ihn auch nicht wortlos zurück lassen. Vielleicht fällt mir noch etwas besseres ein, das ich zu ihm sagen kann. Werde darüber nachdenken. 🙂

    Wie ich geschrieben habe, kommt er nach kürzester Zeit wieder raus – aber den kurzen Augenblick brauchen wir beide, um Abstand zu gewinnen.

    Liebe Grüße,
    Christina

  4. Hallo! Was ist mit deinem Beitrag passiert? Ein technischer Fehler, oder hast du ihn freiwillig wieder gelöscht?
    Du hast völlig Recht – es ist ein schwieriges Thema. Ich habe lange überlegt, ob ich überhaupt darüber schreiben soll. (Der Beitrag ist aber dann sogar innerhalb von wenigen Minuten entstanden.) Ich habe mich aber dazu entschlossen, diese Erfahrung zu teilen, weil ich aufzeigen wollte: Es ist nicht immer nur schön und lustig, sondern kann ganz schön anstrengend sein. Außerdem ist der Blog hier auch mein Erinnerungsbuch. Und hoffentlich werde ich in vielen, vielen Jahren meine Beiträge lesen und wieder an die schönen, chaotischen und anstrengenden Tage zurück denken. 🙂

    Liebe Grüße,
    Christina

    PS: Kaffee klingt gut! 😉

  5. Cinis Welt sagt:

    Gebe Anonym auch recht. Ich habe Psychologie und Pädagogik studiert und verzweifle auch manchmal an meinem Sohn (wird im Dez 2), aber ich versuche meine Reaktion zu reflektieren, wenn Ruhe eingekehrt ist. Ich frage mich dann: Was hat das Kind getan? Warum? Was war der Auslöser? Wie war meine Reaktion? War sie angemessen? Hätte ich besser anders reagieren sollen?
    Wenn mein Sohn mit etwas wirft, dann erkläre ich ihm zunächst, dass er das nicht machen darf, weil er jemanden verletzen oder etwas kaputt machen könnte. Macht er es nochmal, dann kommt der Gegenstand weg und die Erklärung kommt wieder.
    Schlägt er mich, dann sage ich ihm: ICH möchte nicht, dass du mich schlägst. Das tut mir weh. ICH schlage dich auch nicht usw.
    Diese Methode das ICH zu betonen, wende ich auch bei meinen Schülern an. Natürlich sind die auf einer anderen Verständnisebene, aber bei meinem Sohn klappt es auch.
    Wenn dein Sohn dich schlägt und du irgendwann den Raum verlässt, dann fehlt mir hier die Logik der Konsequenz. Vielleicht ist es für dich ganz logisch, aber für mich nicht.

    Zum Glück schlägt mein Sohn uns fast nie. Bei ihm beschränkt es sich phasenweise aufs Werfen von Gegenständen und er schlägt (noch) keine anderen Kinder. Hoffe das bleibt so.

  6. Hallo und Danke für dein Kommentar! 🙂

    Ich reflektiere auch regelmäßig im Nachhinein, doch es ist eigentlich schnell klar, dass er wirklich nur seine Grenzen testet. Das merke ich vor allem daran, dass er zum Beispiel etwas wirft, oder mich tritt, und sofort danach zu grinsen anfängt. Wenn er wütend ist oder trotzt, dann wendet er nie Gewalt an, sondern kreischt und windet sich. Diese kleinen Attacken die ich oben beschrieben habe, sind eigentlich immer aus "Spaß": Wie weit kann ich gehen? Wie laut kann Mama schimpfen?

    Deshalb gehe ich hier immer sehr konsequent vor – wobei das Verlassen des Raumes wirklich die allerletzte Konsequenz ist, bevor mir der Geduldsfaden reißt. In 90 % der Fälle funktionieren die anderen Maßnahmen, doch irgendwann muss ich einfach die Notbremse ziehen, bevor die Situation eskaliert.

    Liebe Grüße,
    Christina

  7. Jeannine sagt:

    Hier alles niederzuschreiben, was mir gerade in den Sinn kommt, würde den Rahmen sprengen. Und es wäre nicht gut, weil ich doch vieles ganz anders mache – was nichts heißen soll, es macht jede Mama anders und das ist gut so. Nur so viel: Vielleicht gelingt es dir ja, den Kleinen irgendwie abzulenken? Mit etwas ganz anderem? Schon zu Beginn, bevor du deine "Macht" als großer Mensch ausnützen musst und ihm zeigst, wie wenig er selbst ausrichten kann, weil er leider nicht hoch kommt… (Ich finde das "vor seine Nase" stellen ganz furchtbar. Tut mir leid… 🙁 Vielleicht räumst du sie einfach weg, aus seinem Blick? Das ärgert ihn auch, aber manchmal geht es halt nicht anders. Da bin ich bei dir. Aber dieses "dort hin stellen, wo er nicht hochkommt" tut mir beim Lesen weh.) So, OK, nun musste ich doch zumindest ein bisschen was tippen.

    Auch das "Denk mal drüber nach…" ist nicht altersangepasst. "Empathie" ist ein Gefühl bzw. eine Fähigkeit, die Kinder erst nach und nach entwickeln.

    Die wohl wichtigste Aussage, die nicht meine persönliche Meinung sondern Fakten widerspiegelt: Grinsen ist evolutionsbiologisch bedingt und soll NICHT provozieren, sondern beschwichtigen. Lies bitte hierzu diesen Artikel, vielleicht hilft das ja fürs nächste Mal: http://www.gewuenschtestes-wunschkind.de/2015/10/freches-grinsen-oder-lachen-bei-kindern-warum-das-beschwichtigen-statt-provozieren-soll.html

    Ich weiß, es kann super schwer sein. Ich wünsche dir und deinem Kuschelkind viel Geduld! 🙂

  8. MamsiMama sagt:

    Das ist eine gute Frage….das erste Mal gab es einen technischen Fehler und das zweite Mal hab ich auf "ablehnen" anstatt auf "veröffentlichen" geklickt. *grummel*

  9. Hallo Jeannine und danke für dein Kommentar! Ich finde es echt super, dass sich so viele Leserinnen hier einbringen! 🙂

    Ich habe den Artikel über das Grinsen bereits gelesen und bin seither wirklich viel toleranter. Aber es geht hier nicht nur ums Grinsen. Er hat richtig Spaß daran, mir seine Spielzeugautos oder Bücher an den Kopf zu werfen. Ich ermahne ihn natürlich zuerst und kündige an, dass ich die Spielsachen wegstelle, wenn er sie noch einmal wirft gegen mich. Danach kommen sie tatsächlich oben auf das Regal, was ihn in dem Moment natürlich traurig macht. Aber ich möchte ihm hier eine klare Konsequenz aufzeigen: Wirfst du mit dem Auto auf Mama, dann nimmt dir Mama das Auto weg. Ablenken finde ich in manchen Fällen sinnvoll – aber nicht in diesem. Wenn er die Autos im Zimmer herumwirft ist es nicht so schlimm, als wenn er sie gezielt gegen Menschen wirft. Da habe ich eine sehr niedrige Toleranzgrenze.

    Das Spielen mit dem Ball hat sich mittlerweile wirklich oft als Rettung erwiesen. Ich erkläre ihm ja, dass er einen Ball werfen darf. Wenn er also wieder mit einem seiner Autos ausholt, frage ich ihn: Mit was darf man werfen? Dann holt er den Ball und wir spielen damit. Diese Ablenkung finde ich sinnvoll. Aber wenn er eines seiner Tut Tut Autos (die ja ganz schön schwer sind) gegen mich donnert, dann ist klar: Das Auto ist jetzt erstmal weg.

    Liebe Grüße

    Christina

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